12.10.2018 von Richard Forsthofer

Folgen der Leitzinserhöhung

Zentralbanken sind unabhängig. So was kann sich - in den USA wie in Euroland - ändern, was für Unsicherheit sorgt. Sie reagieren auf Inflation, weil Geldwertstabilität ihr oberstes Ziel ist. Gerade eben hat man in der Türkei gesehen, was passiert, wenn die Politik Einfluss nimmt. Eine schnelle Geldentwertung wäre auch in den USA oder Europa die Folge.

Steigende Zinsen sind zunächst schlecht für die Verbraucher, weil sie für Schulden - egal ob für Immobilien, Autos oder Konsum - höhere Zinsen zahlen. Die Zentralbanken dämpfen mit steigenden Zinsen die Nachfrage und damit die Inflation, auch wenn das negative Auswirkungen auf die Beschäftigung hat.

Aus der Sicht der Unternehmen sorgen steigende Zinsen einerseits für einen Rückgang der Nachfrage. Weil auch die Zentralbanken kein Interesse haben, dass die Wirtschaft zusammenbricht, wird dosiert angehoben, was den Effekt vernachlässigbar macht. Dazu können sich Unternehmen dann nur teurer verschulden. Weil nach der Hochkonjunkturphase eher wenige hohe Schulden haben und die sich in der Niedrigzinsphase oft langfristig umgeschuldet haben, ist auch der Effekt kein wichtiger.

Nun zu den Märkten:

Phänomenal ist in den letzten Monaten, dass die Märkte so wirken, wie wenn ihnen Geld entzogen wurde. Anleihen sind wegen der steigenden Zinsen (USA) oder wegen eines zu erwartenden Zinsanstiegs gefallen. Aktien sind davon normalerweise (siehe oben) kaum betroffen. Trotzdem fallen (ausgerechnet) die relativ moderat bewerteten europäischen und da vor allem Deutsche Aktien seit dem im Januar erreichten Allzeithoch. In der letzten Woche sogar dramatisch.

Aktien in Europa fallen derzeit, als ob es eine Alternative wäre, statt in mäßig teuer bewertetes Produktivvermögen (KGV um die 14 - 15), das auf Inflation normalerweise positiv reagiert, in die Schulden von Ländern zu investieren (KGV derzeit im 10-jährigen Bereich um die 125). Immobilien in München sind derzeit reine Spekulationsobjekte. Die zu erwartende Rendite deckt die zu erwartenden Kosten nicht.

Wie es weiter geht, ist aber vollkommen offen. Was teuer ist kann noch teurer, was billiger ist kann noch billiger werden. Wer kurzfristig anlegen muss, hat immer ein Problem. Langfristig sind eher günstige und auch eher sichere Unternehmen den sehr teuren Alternativen vorzuziehen. Ob der, der jetzt aus Aktien aussteigt (und das Geld z. B. in Tagesgeld parkt) zu einem niedrigeren Preis wieder einsteigen wird? In der Vergangenheit war ein solches taktisches Manöver sehr selten erfolgreich!!! Wenn man bei sehr schlechter Stimmung aussteigt, lagen die Kurse beim Einstieg in der Regel deutlich höher.

Ich bin auf viele interessante Themen wie der Auswirkung steigender US-Zinsen auf die Staatsverschuldung in Emerging Markets nicht eingegangen. Auch hier muss man genau hinsehen. Die Aktiengesellschaften eines Landes sind oft von den Regierungen unabhängig. Ein Staatsbankrott beeinflusst zwar den Finanzsektor nur wird der auch gestützt. Andere Sektoren können - z. B. von einem gefallenen Kurs der eigenen Währung - sogar profitieren.

 

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