17.02.2016 von Richard Forsthofer

Es kann alles noch viel schlimmer kommen!

Kann es? Kunden halten einen Rückgang von weiteren 30 % im DAX für möglich, manche für wahrscheinlich.

Wird der DAX genauer unter die Lupe genommen, merkt man, dass es sich um einen der (seltenen) Performance-Indizes handelt. Seit 1988 wird dort die Ausschüttung eines jeden Unternehmens angesammelt. Wie viel das ist, erkennt man, wenn vom (Performance-)DAX (ca. 9.200 Punkte) der DAX Kursindex (ca. 4.600 Punkte) abgezogen wird. Aktuell etwa die Hälfte des DAX ist nicht verhandelbar weil in den Vorjahren ausgeschüttet. Weitere 30 % Rückgang im DAX würden den Kursindex auf 1.840 Punkte bringen, also etwa den Tiefststand von 2003. Wenn Geld nicht im Überfluss vorhanden und die Alternativen sicher und ertragreich wären wäre das denkbar. Dazu braucht es aber gleichzeitig hohe Zinsen und Deflation. Ich denke, kein Mensch - auch Sie nicht - will in so einer Welt des Straßenkampfs leben.

Mehr Rückgang als zwischen April 2015 und letzter Woche gab es historisch betrachtet nur 2000 – 2003 (nach vorangegangener Blase) und zum Start der Finanzkrise 2008 (mit geringfügig mehr Rückgang).

Ein Blick auf den EuroStoxx 50 (einem Kursindex) zeigt, dass der Index etwa auf dem Niveau von 1998 notiert. 18 Jahre, in denen sich das Durchschnittsgehalt in Deutschland um mehr als ein Drittel steigerte, wirken sich an den Börsen nicht aus. Der EuroStoxx 50 notiert aktuell 35 % unter dem (nicht überhitzten) Niveau von 2007.

Gleichzeitig sind die Anlagealternativen durch die EZB vernichtet worden. Lag die Umlaufrendite zehnjähriger deutscher Anleihen 2007 noch über 4 %, liegt sie aktuell bei 0,12 % (letzte Woche noch bei 0,06 %).

Es kann schlimmer kommen, weil die Börsen nicht immer rational sind und eigentlich schon der Rückgang letzte Woche auf 8.750 Punkte irreal war. Es braucht aber auch nicht mehr an Argumenten für mich für ein klare Aussage: Bitte investieren Sie jetzt! Und zwar das, was in absehbarer Zeit nicht gebraucht wird in Aktienfonds. Das geht in Europa jetzt auch ohne großes Verlustrisiko.

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