16.10.2017 von Monika Spanner

DAX über 13.000 Punkte – Anleger an der Seitenlinie?

Am Donnerstag, 12.10.2017 wurde die magische Zahl von 13.000 Punkten im DAX für eine kurze Zeit durchbrochen. Ein Tag später ziert er sich wieder über die Linie zu hüpfen – schaffte es aber und wird es auch dauerhaft schaffen.

Die Inflation liegt aktuell bei 1,8 %.

In Deutschland dauert die Regierungsbildung weiter an.

Wirtschaftsdaten sind weiterhin weltweit positiv. Die Angst vor zu hohen Preisen für Unternehmen geht um. Viele Anleger stehen am Seitenrand und sind nicht oder nicht mehr investiert. Wird der Kurs-Dax betrachtet, so steht dieser auf derselben Höhe wie 2000 und höher als 2007. Dieser Umstand, vor allem aber nicht mehr billige Märkte veranlasste viele Anleger – auch Profis – dazu, hohe liquide Mittel aufzubauen.

Das für uns entscheidende Kriterium, dieses Verhalten nicht zu unterstützen ist zum einen die Geldschwemme. Die EZB hat ein realistisches Bild auf das Geschehen und neben der geringen Inflation auch die immer noch sehr hohe Jugendarbeitslosigkeit in Teilen des Euroraumes im Blick, wenn sie die Zinsen nicht verändert und die Anleihenkaufprogramme nur sehr langsam zurückfährt. Leider scheint es, dass es Italien in der durch die  Geldpolitik der EZB gekauften Zeit nicht schafft, die dringend notwendigen Reformen durchzusetzen. Frankreich hat ein Problem mit der Straße, die auch dort erforderliche Reformen trotz Bereitschaft der Regierung verhindert.

Aus unserer Sicht ist die Reform der Eurozone in Richtung einer Fiskalunion die Alternative zu einer langfristigen Abschaffung des Euro. Größter Verlierer wäre so oder so Deutschland oder genauer: Deutschlands Wirtschaft und vor allem der arbeitende Teil der Bevölkerung.

Ein Grund, aus dem das von der EZB geschöpfte Geld nicht in Lohnerhöhungen ankommt ist, dass Unternehmen lieber Gewinne/Dividenden erhöhen oder die Aktienkurse durch Aktienrückkaufprogrammen stützen und so die Kurse steigen lassen. Gierige Aktionäre? Nicht zu unterschätzen ist, dass deutsche Unternehmen nur noch zu ca. 35 % in deutscher Hand sind.

Ausländische Aktionäre haben einen hohen Stimmenanteil an deutschen Unternehmen und bestimmen die Geschäftspolitik mit. Deutschlands Bürger sollten umdenken und sich direkt oder aber wesentlich sinnvoller und sicherer über Fonds am Produktivkapital beteiligen.

Wichtig ist dabei seriöse Beratung. Zu viel Geld geht in Bitcoins und andere „Ideen“, die zu Ende gedacht enttäuschen müssen. Aktien sind nicht böse, sondern die „böse Null“ (0 % für ihr Tagesgeld als Sinnbild für jede Rendite, die unter der Inflationsrate liegt).

 

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