14.10.2015 von Richard Forsthofer

Am Abgrund?

Die Stimmung ist schlecht. So schlecht, dass man am liebsten alle Vorsicht über Bord werfen und sein Geld in Aktien investieren möchte. Ja, der DAX hat seit dem crashartigen Augusttief, das er im September nochmal erreicht hat, ein paar Prozent zugelegt aber was ist das schon, nach gefühlten 30 Prozent Rückgang seit April. Dazu kommt, dass jetzt Werte gestiegen sind, in die kaum ein Profi investiert. Jedenfalls nicht auf der Käufer-Seite. Weil die Werte auch kein Manager in seinem Portfolio sehen will, könnte man also von einer Mini-Erholung „unter Ausschluss der Öffentlichkeit“ sprechen.

Klar ist, dass eine solch irrationale Entwicklung Alpha-Fonds Probleme bereitet, die sich zum Markt neutral positionieren und ihr Geld damit verdienen, dass sie Wetten eingehen (also Adidas gegen Puma, Daimler gegen VW, Deutschland gegen Frankreich und so weiter). Einfach ist das nie nur war es auch selten schwerer wie heute, die Entwicklung auch nur der nächsten halben Stunde vorherzusagen.

Dagegen steigen Edelmetall- und Minenwerte. Auf den ersten Blick ist es dazu ja auch mal wieder Zeit geworden. Auf den zweiten sieht es (bis auf weiteres) nach einer der schon oft gesehenen Konsolidierungen im Abwärtstrend aus. Wissen sollte jeder Investor, dass es für eine Trendumkehr keinen echten Grund braucht. Es reicht auch mal ein sehr, sehr niedriges Niveau und minimale Gewinnsteigerungen.

Gibt es nichts Zuverlässiges? Doch! Der Euro steigt seit sechs Monaten merklich gegen den Schweizer Franken und bei geringer werdender Schwankung auch gegen den US-Dollar und dem japanischen Yen. Geht es Euroland also besser? Vielleicht besser als einer gerade mal so in den Erwartungen liegenden US-Wirtschaft und einer zur Rezession neigenden japanischen. Das einzige, das halbwegs einen Trend ausbildet, ist so oder so negativ für die deutsche Wirtschaft wie auch den international investierenden Kapitalanleger.

Was interessiert das den langfristig denkenden Investor? Es interessiert ihn nicht und er sollte die schlechte Stimmung, die irrationale Entwicklung und steigende oder fallende Kurse ohne echten Auslöser als das sehen, was es ist. Nämlich Non-Events, die vielleicht für Zukäufe interessant sind. Erfahrungsgemäß dauern diese Zeiten aber nicht ewig und ob dann, wenn sich ein Trend nach oben herausbildet, die Kurse über oder unter den aktuellen liegen, ist offen. Bis dahin kommen gute Zeiten, um Geld anzulegen. Ob bessere als heute weiß allein die Zukunft.

Kommentare (1)

Kommentar von |

Mir gefällt der Tenor des Beitrag sehr gut: weg von Tages-Hektik hin zu Strategie. Glauben Sie, dass der Europa zunehmend beunruhigende Terrorismus nicht mehr in den Non-Event-Bereich fällt?

Antwort von

Für den Kapitalanleger ist bei steigender Terrorgefahr die Frage, ob diese für ihn positiv oder negativ ist. Einerseits halten sich Verbraucher im Konsum von z. B. Touristik zurück. Dafür wird mehr für Sicherheit, Sicherheitstechnik und Militär ausgegeben. Dazu wird aber auch die Hürde für die Zentralbanken, Zinsen zu erhöhen mit jeder Unsicherheit etwas höher.

Auch wenn es komisch erscheint halte ich steigende Terrorgefahr jedenfalls dann, wenn Unternehmen nicht direkt betroffen sind, aus der Sicht des Kapitalanlegers, der sein Geld in Aktien oder breit über viele Anlageklassen investiert, für einen Non-Event und eher für eine Einstiegschance. Jedenfalls ist sie kein Grund, eine gute Anlagestrategie zu überdenken. Geld und Geldwerte sind schon seit Jahren kein guter Rat.

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